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In den letzten Jahren gewann die Sportsozialarbeit zunehmend an Bedeutung. Dem trägt die MSJ Rechnung, indem sie sich verstärkt im Bereich Sportsozialarbeit engagiert und sich somit aktiv an der Bewältigung sozialer Probleme in München beteiligt. Als Dachverband hat die MSJ mit ihren zahlreichen Vereinen und Mitgliedern besondere Möglichkeiten, die Sportsozialarbeit auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen voranzubringen. Die klassischen Methoden der Sozialpädagogik/Sozialarbeit kommen in den Projekten zum Ausdruck.
Die MSJ hat bereits zahlreiche Projekte im Bereich Sportsozialarbeit durchgeführt. Weitere sind geplant.
Sportsozialarbeit ist eine Kombination aus Methoden des Sports sowie Zielen, Aufgaben und Arbeitsweisen der Sozialarbeit bzw. der Sozialpädagogik. Zentrales Anliegen der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik ist es, Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern, soziale Defizite auszugleichen und negative Lebenslagen abzubauen. Im Sport werden Regeln und Kompetenzen vermittelt, die sich positiv auf die allgemeine Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirken können. So erfahren Kinder und Jugendliche im Sport beispielsweise die Bedeutung von Fairness und Chancengleichheit und lernen den friedfertigen Umgang mit Konkurrenz. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kann soziales Gruppenverhalten fördern und das Selbstbewusstsein stärken.
Die MSJ unterstützt Vereine und deren JugendleiterInnen, die im Bereich Sportsozialarbeit aktiv sind oder es werden wollen.
In erster Linie geht es natürlich um die Probleme der Kinder und Jugendlichen in den Münchner Sportvereinen und vor allem um die Probleme, mit denen die Jugendleiter vor Ort zu tun haben. Doch heutzutage ist es unseres Erachtens notwendig auch über den eigenen Verein hinauszuschauen und zu fragen, inwieweit nicht auch noch Ressourcen für Kinder und Jugendliche da sind, die sich nicht am regulären Vereinssport beteiligen wollen oder sogar aus sozialen Gründen gar nicht können. Die Ursachen hierfür können sehr vielschichtig sein. So ist z.B. die Hemmschwelle für Kinder bzw. Jugendliche mit mangelndem Selbstbewusstsein sehr groß, andere haben Probleme sich durch Mitgliedschaft und Trainingszeiten zu binden. Wieder andere wollen mehr Flexibilität in der Wahl ihrer Aktivitäten und nicht jedes Mal dieselbe Sportart ausüben. Sportsozialarbeit wendet sich deshalb an Kinder und Jugendliche die nicht im Sportverein Mitglied sind, jedoch aus sozialen Gründen einen besonderen Förderbedarf haben. Vereine brauchen sich dabei nicht selbstlos engagieren. Es gibt bereits Erfahrungen, dass Vereine durch neue Projekte und offene Jugendarbeit sogar unerwartet neue Mitglieder gewonnen haben.
Die MSJ möchte Vereine und deren Jugendleiter, die Sportsozialarbeit betreiben bzw. dies beabsichtigen in ihrer Arbeit unterstützen.
Ziel der Sportsozialarbeit ist die quantitative, aber noch wichtiger die qualitative Förderung der überfachlichen Jugendarbeit in den Sportvereinen. Es sollen Räume für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, die persönliches Wachstum ermöglichen. Es geht um die Förderung persönlicher, sozialer und motorischer Fähigkeiten und um die Integration benachteiligter Kinder und Jugendlicher in die Gesellschaft. Da Vereine ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft sind, ist Integration in den Verein auch Integration in die Gesellschaft.
Letztendlich geschieht die Arbeit an der Basis, d.h. in der direkten Arbeit mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen. Dies geschieht wiederum durch sportpädagogische Projekte und Veranstaltungen. Doch um mit dem Angebot nicht ins Leere zu laufen, ist es zuerst notwendig die Probleme der Kinder und Jugendlichen, den Bedarf im Verein festzustellen. Deshalb hat die MSJ eine Profilanalyse für Münchner Sportvereine durchgeführt. Die Anforderungen, die sich aus der Umfrage ergaben, wird die MSJ nach und nach in konkrete Projekte umsetzen.