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Ehrenwert: Isabella Bakirman-Goethe

Von 5. Oktober 2020 Kein Kommentar

Von Florian Rädler

In diesem Artikel möchte ich Isabella Bakirman-Goethe vorstellen. Sie ist eine beliebte und engagierte Übungsleiterin beim ESV Neuaubing e.V., dem größten Sportverein im Münchner Westen. Mit ihren Fitnesskursen bringt sie Teenies, junge Erwachsene und Seniorinnen sowie Senioren zum Schwitzen. Neben ihrer sportlichen Tätigkeit engagiert sie sich auch außerhalb der Turnhalle für ihren Verein. Sie repräsentiert ihren Verein auf Veranstaltungen und hilft bei der Organisation der anstehenden 100-Jahrfeier im Sommer 2021. Besonders hervorzuheben war ihr Engagement während dem Shutdown. Zusammen mit ihrer Schwester Muna bot sie täglich kostenlose Fitnesskurse live via ZOOM an und sorgte damit für ein Stück Normalität.

Neben dem Sport ist ihr die Arbeit gegen Rassismus ein Herzensanliegen. Während der Antirassismus-Woche der MSJ konnte sie hilfreichen Input gegeben und einen super Eindruck hinterlassen.

Das ehrenamtliche Engagement von Isa für ihren Verein und die Gesellschaft finden wir EHRENWERT!

 

Ein kurzes Gespräch mit Isa:

Beschreibe Dich in wenigen Worten!

Offen, laut, engagiert

Wie bist du zum ESV Neuaubing e.V. gekommen und welche Aufgaben hast du im Verein?

Wir sind nach Aubing gezogen und nach der Geburt meiner Tochter wollte ich wieder mit Sport anfangen. Bis dahin war ich in einem Thaibox-Verein und habe bereits als Aerobic-Trainerin in einem Fitnessstudio gearbeitet. Als ich las, dass der ESV in der Schulsporthalle nur 5 Min. von mir Kickbox-Aerobic anbietet, war ich sofort begeistert und wollte die Stunde ausprobieren. Die Trainerin damals war hochschwanger und nur vertretungsweise da, ich erfuhr, dass der Verein Trainerinnen sucht, die dieses Format unterrichten wollen und meldete mich dort umgehend in der Geschäftsstelle – und schwupps war ich wieder aktiv.

Engagierst Du Dich neben dem Sport für andere Themen? Wenn ja, wofür und wie?

Ja, seit ca. 10 Jahren, engagiere ich mich in der Anti-Rassismus-Arbeit! Ich bin der ISD-Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, beigetreten, das ist eine Initiative, die sich bundesweit, gegen Rassismus engagiert und in den verschiedenen Bundesländern Aktionen, wie z.B. Demonstrationen gegen Racial Profiling, Zusammenarbeit mit anderen Schwarzen Organisationen zur Stärkung und zum Empowerment Schwarzer Menschen, Aufklärungsarbeit bezüglich Rassismus und Kolonialgeschichte an Schulen, etc. durchführt.

Auch habe ich vor ca. 2 Jahren, zusammen mit 5 anderen Frauen, eine schwarz/ weiße Eltern-Kind-Gruppe (UBUNTU) gegründet, die vor allem die Stärkung der Kinder im Fokus hat und die Eltern bei der schwierigen Thematik, wie z.B. Rassismus im Kindergarten, in der Schule, im Alltag, hilft, umzugehen. Wir treffen uns einmal im Monat zwanglos und bieten zu speziellen Themen, ca. 2 mal im Jahr, verschiedene Workshops an.

Welche Bedeutung hat ehrenamtliches Engagement für Dich?

Das ehrenamtliche Engagement ist fester und wichtiger Bestandteil meines Lebens. Mir und meiner Familie geht es sehr gut, wir sind gesund, wir haben eine tolle Familie und wir sind erfolgreich und glücklich mit dem was wir machen, daher finde ich es wichtig, auch meinen Kindern beizubringen, sich auch für Menschen einzusetzen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, aber auch für die eigenen Rechte und die eigene Identität stark zu machen.

Erzähl ein bisschen über Dich! Sportliche Erfolge? Besondere Erlebnisse?

Sport ist seit ich ca. 16 Jahre alt bin immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens gewesen, bereits in der Schule habe ich oft mehr Sportkurse belegt, als notwendig war. Meine Stiefmutter hatte das erste Frauenfitnessstudio in München (Dagmars Gym), also kam ich schon früh mit Fitness und später auch Aerobic in Berührung.

Durch einen Freund wurde ich aufs Kickboxen aufmerksam und war dann viele Jahre aktive Kickboxlerin, später Thaiboxlerin. Hier habe ich auch erfolgreich Wettkämpfe bestritten, allerdings war es oft schwer in meiner Gewichtsklasse andere Frauen zu finden, die kämpfen, ins Fliegengewicht hab ich es nie geschafft.

Seit 2001 bin ich Aerobic-Trainerin und konnte meine Leidenschaft für den Kampfsport durch “Thaibox-Aerobic” und “Strong Nation” miteinander in Verbindung bringen. Ein besonderes Erlebnis war, im Vorkampf für Dominik Haselbeck in Landshut zu kämpfen und es war eine besondere Ehre den Kickboxer und K1-Kämpfer Remy Bonjasky bei einer Veranstaltung persönlich zu treffen.

Was möchtest Du mit deinem ehrenamtlichen Engagement bewegen?

Schwarze Menschen und PoC (People of Colour) sind Teil dieser Gesellschaft und wir möchten gesehen, gehört und ernst genommen werden. Wir möchten als Deutsche in vollem Umfang anerkannt werden! Ich möchte Menschen nahebringen, dass Rassismus so tief verwurzelt ist, weil er eine so lange Geschichte hat, dass es wichtig ist, sich mit seinen eigenen Rassismen auseinanderzusetzen und sich aktiv gegen Rassismus zu stellen. Es ist nicht der Nazi”, sondern der Alltagsrassismus, der uns das Leben schwer macht. Es ist mir wichtig, Verbindungen herzustellen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

Und in meinem sportlichen Ehrenamt möchte ich die Menschen zusammenbringen, zum Schwitzen bringen und nach der Stunde glückliche Gesichter sehen.

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