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Ehrenwert: Jens Fülle

Von 15. Februar 2021 Kein Kommentar

Die Grundgedanken der Inklusion

Was Jens in unserem Interview als Allererstes loswerden will: Wirklich ehrenwert empfindet er die Arbeit seiner vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, mit denen er zusammenarbeitet. Diese engagieren sich neben ihrem Hauptberuf unentgeltlich, auch ohne jegliche Aufwandsentschädigung, dass Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten über das Medium Sport teilhaben können. Teilhaben an der Gemeinschaft oder dass sie schlicht und einfach etwas für ihre Gesundheit tun können.

Selbst ist Jens fest angestellt bei der OBA (Offene Behindertenarbeit), die Freizeitbildungsangebote – auch im Bereich Sport – anbietet und somit die soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderung unterstützt. Überzeugt ist er davon, dass nicht nur Menschen mit Behinderung von Inklusion einen Gewinn haben, sondern alle Beteiligten. Das erlebt er vor allem auf den Aktionstagen, wo Sportvereine einladen und die Mannschaften bunt gemischt eine tolle gemeinsame Zeit erleben.

„Der Sport ist ein Medium, durch das man ohne große Berührungsängste zusammenkommen kann und die Gemeinsamkeit spürt und daran wachsen kann“, erklärt Jens, „sei es durch gemeinsame Ziele, z.B. ein Tor zu schießen, oder einfach den Spaß am Sport. Die Berührungsängste, die manch einer von uns hat, kommen durch die vermeintlich getrennten Lebenswelten. Es ist jedem nachzusehen, der auf wenig Erfahrung zurückgreifen kann und bei dem deswegen auch Unsicherheit vorhanden ist, wie man miteinander umgehen kann.“

Was für Jens aber definitiv positiv ist: Schon in den Kindergärten und Schulen wird der Inklusionsgedanke immer weiter verfestigt. Wenn von Anfang an Menschen mit Behinderung wie selbstverständlich dabei sind – also dass ganzheitlich niemand ausgeschlossen wird und dann wieder integriert werden muss –, bedeutet das, die Berührungsängste verschwinden nach und nach. Und irgendwann, wenn diese Ängste weg sind, bedeutet das, Inklusion hat funktioniert und der Begriff an sich wird keinen Gebrauch mehr finden.

Wissenswert! Artikel 17 der UN-Behindertenrechtskonvention (2006) bekräftigt, dass jeder Mensch mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen das Recht auf Achtung seiner körperlichen und seelischen Unversehrtheit hat.

„Der Schwerpunkt ist die Inklusion im Kopf: angenommen werden, dazuzugehören. Wenn dieses Gefühl vorhanden ist und zwischen Menschen vermittelt wird, dann entsteht eine gewisse Willkommenskultur.“

Genau an diesem Punkt setzt das Projekt Sport verein(t) der OBA an: im sozialen Wohnraum oder in der Sportart, die gewünscht ist, Wege der Zusammenkunft finden. Die OBA vermittelt an der Stelle und geht auf Sportvereine zu, sie stellt Assistenten zur Verfügung und bildet aus und weiter. Dabei geht es nicht nur darum, barrierefreie Zugänge zu schaffen. Ganz wichtig ist es, Unsicherheiten und Vorurteile bei Menschen mit Behinderung, aber auch seitens der Trainer und Mitspieler zu erkennen und ganz klar in die Kommunikation zu gehen.

Spoiler! Über die genaue Arbeit von Jens, die Zusammenarbeit mit Sportvereinen und wie ihr das Thema Inklusion in eurem Verein weiter vorantreiben könnt, erfahrt ihr in unserem nächsten Magazin.

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