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AllgemeinGender und Sport

Der Internationale Mädchentag (IMT): Ein Tag des Protests

Von 11. Oktober 2021Kein Kommentar

Foto: Festina Neziraj, IMMA e.V. “Das Organisationsteam am Marienplatz mit zentralen Forderungen des IMT”

Von Felix Hrdina

„Girls* unstoppable – Die Zukunft gehört uns!“. Unter diesem Motto findet am 11. Oktober der Internationale Mädchentag der Vereinten Nationen (UNO) statt. Dieser soll jährlich zu demselben Datum einen Anlass geben, um auf die weltweit vorhandene Benachteiligung von Mädchen hinzuweisen. Mit zahlreichen Aktionen wird darauf aufmerksam gemacht, dass Mädchen die gleichen Chancen erhalten sollten wie Jungen.

Durch die Corona Pandemie konnte die geplante Live-Aktion am Marienplatz in München jedoch nicht wie gedacht durchgeführt werden. An ihre Stelle ist nun ein Film gerückt, der die Anliegen der Mädchen und jungen Frauen zeigt. Zur Teilnahme an dem Filmprojekt rief das Münchner Organisationsteam alle interessierten Mädchen und jungen Frauen, sowie bekannte Persönlichkeiten auf. Aus allen Einsendungen haben die Verantwortlichen einen interessanten und facettenreichen Film kreiert, der die Thematik Mädchen und deren Benachteiligung in den Fokus rückt. Seit 9. Oktober 2021 kann dieser auf dem YouTube-Kanal „Internationaler Mädchentag München“ angesehen werden.

„Der internationale Mädchentag ist mir deswegen so wichtig, weil dort ein Fokus ausschließlich auf die Belange der Mädchen gelegt wird“, so Münchens 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, die außerdem Schirmpatin des IMT 2021 ist. In dem Film kommt sie ebenso zu Wort wie die 3. Bürgermeisterin Verena Dietl und weitere Persönlichkeiten aus der Münchner Politik.

Das erste Mal fand der Internationale Mädchentag 2012 statt, nachdem die Vereinten Nationen im Dezember 2011 den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“ (Welt-Mädchentag) erklärten. Dies war ein Meilenstein auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung.

Seitdem machen jährlich zum Welt-Mädchentag zahlreiche Aktionen, wie die sogenannten Takeovers (dt.: „Übernahmen“) auf die Belange von Mädchen aufmerksam. Mit diesen „Takeovers“ soll das Führungspotenzial von Mädchen verdeutlicht werden. Seit 2016 übernehmen Mädchen dabei Schlüsselpositionen in Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft. So können sie z.B. für einen Tag Finanzministerin, Chefin eines Radiosenders oder Gemeindevorsteherin sein.

Durch diese Takeover-Aktionen werden Mädchen und junge Frauen ermutigt, auch in gesellschaftlichen Bereichen tätig zu werden, die sonst fast ausschließlich mit Männern besetzt sind. Außerdem werden Führungs- und Schlüsselpositionen für die Mädchen als etwas Erreichbares gezeigt, ganz im Gegensatz zu der Darstellung in der Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren gab es rund 1000 „Takeovers“ in der ganzen Welt. Doch nicht nur außerhalb von Deutschland stellt die Benachteiligung von jungen Mädchen und Frauen ein Problem dar, auch national herrschen noch immer große Ungleichheiten. Ein weiteres Zeichen für die Rechte von Mädchen wird zudem damit gesetzt, dass in ganz Deutschland anlässlich des Welt-Mädchentags Gebäude, Wahrzeichen und Denkmäler magentafarben beleuchtet werden.

Studien belegen, dass das Selbstvertrauen von Mädchen in ihre Fähigkeiten und Kompetenzen weit hinter dem der Jungen liegt, und das trotz gleichwertigem oder sogar besserem Schulabschluss. Ein Resultat davon: Frauen sind in nahezu allen sozialpolitischen Bereichen nachweislich deutlich seltener in Führungspositionen vertreten. Schon im Kindesalter werden von der Gesellschaft klischeehafte Muster vorgegeben, was das Potenzial der Mädchen enorm einschränkt. Es ist also mit Sicherheit kein Zufall, dass gerade in Berufen, die auf eines der Geschlechter konnotiert sind, ein Fachkräftemangel herrscht.

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